Es ist Sonntag. Es regnet. Es wird Herbst im Bergischen Land. Der Regen wird dunkler. Und er lässt mir Zeit zum Entspannen, Denken und zum Schreiben. Über die Gespräche der letzten Wochen, der letzten Tag. Über das gestrige Gespräch.
Das so schwer war, weil es mir schwerfiel. Schwer, meinem Gesprächspartner, seinen Gedanken und seinen schnellen Worten zu folgen. Und es mich jetzt viel Kraft kostet zuzuhören und noch mehr Konzentration erfordert, auch hinzuhören. Die Worte wahrzunehmen, die wichtig sind. Die mehr ausdrücken, als ein Gesprächspartner sagt. Die sich wiederholen. Situationen beschreiben, erklären und die aufdecken. Die erzählen, von Wegen, von Stationen und vom Leben.

Dem Leben, von dem er erzählt. Drei Stunden ohne Pause. In denen er springt, ausschweift und abschweift. In denen ich ihn erzählen und abschweifen lassen. Ihn aber auch immer wieder zurückhole zu dem Punkt, der ihm wichtig war. Vor dem Gespräch. Und zu dem Punkt, der viel wichtiger wird. In dem Gespräch. Zu seiner Leidenschaft für die Musik. Weil seine Stimme anders klingt, wenn er darüber spricht. Seine Augen glänzen, wenn er sie beschreibt und er anders sitzt, wenn er von seiner Kombo, vom Jazz und vom Improvisieren spricht. Weil die Improvisation ihm einen Rahmen gibt und ihm doch die Freiheit lässt. Was ihm wichtig ist. Der Rahmen und die Freiheit in der Musik.

Was ihm in seinem Unternehmen fehlt. Der Rahmen und die Freiheit. Weil er bisher keinen Weg gefunden hat, den Rahmen zu schaffen und die Freiheit zu behalten. Weil er nur noch reagiert und nicht mehr improvisiert. Weil er nicht mehr in einer Kombo spielt, sondern eine Big-Band leitet. Und er jetzt spürt, dass die Noten die gleichen, seine Aufgaben aber andere sind. Und es ihn überrascht, dass ich seine Situation und die seines Unternehmens mit dem Bild seiner Musik beschreibe. Weil er das trennt. Die Musik und sein Unternehmen. Was ich nicht trennen will, weil ich ihn so erreiche. Und weil ich es wichtig finde, mit Menschen über ihre Bilder zu sprechen. Gerade bei Mitarbeitern, mit ihren Bildern zu sprechen. Die Bilder seiner Mitarbeiter, die mein Gesprächspartner nicht kennt, da er mit den Mitarbeitern nur über deren Aufgaben in Unternehmen spricht.

Worüber wir nach dem Mittagessen sprechen. Über seine Bilder, seine Stärken und dem Improvisieren. Über das Trennen von Unternehmen und Leidenschaft. Und über das Organisieren, was nicht seine und nicht die Stärke seines Führungsteams ist. Was dem Unternehmen fehlt, um ihm den Rahmen zu schaffen und die Freiheit zu geben, um mehr von dem zu machen, was ihm Spaß macht. Dem Improvisieren bei seinen Kunden. Für seine Kunden. In seinem Unternehmen, in das er jetzt nicht mehr fährt. Weil es Samstag ist. Weil es spät geworden ist. Weil wir so viel über Musik gesprochen und er damit viel über sich und sein Unternehmen nachgedacht und Entscheidungen getroffen hat. Wie es weitergeht mit seinem Unternehmen. Mit ihm.

Worüber ich auf der Heimfahrt noch nachdenke. Über das Weitergehen, über Entscheidungen, über Musik, Bilder und Rahmen. Über das Improvisieren, das Freiheit braucht und Freiheit gibt, aber auch Kraft und Konzentration fordert. In der Musik. Im Unternehmen. Im Gespräch

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