Sehr oft habe ich schon hier gestanden. Am Bahnsteig. Wartend. Diesmal auch. Und ich nutze die Zeit, um die gewohnte Welt durch meine neue kleine Kamera zu sehen. Ungewohnt. Klein, kompakt und in jede (Hosen-)Tasche passend. Neu ist sie nicht. Aber für mich. Denn ich habe sie gebraucht gekauft und viel Glück gehabt. „Wie neu" stand in der Anzeige, und das stimmt. Danke.
Jetzt stehe ich hier und schaue, spiele und probiere aus. Kenne mich nicht aus. Mit Belichtung, Blende und ISO. Mit der Kamera. Die mich zwingt, nochmals anders zu sehen. Das Smartphone ermöglicht viel und ist spontan. Bei der Kamera will Spontanität gut überlegt sein. Sie will mehr. Einen anderen Blick. Den ich mir aneignen werde. Was mir Spaß macht. Das Lernen. Neues kennenlernen. Das Spielen mit den Möglichkeiten. Das Ausprobieren. Nicht nur beim Fotografieren.
Wie bei diesem Bild, das zu viel Licht bekommen hat. „Überbelichtet“. Ein Versehen. Aber in dem Moment, als ich auf das Display schaute, wusste ich: Dieses Bild ist anders. Technisch falsch. Viel zu hell. Was mir egal ist, denn ich weiß, dass dieses Bild ein Versuch ist. Und ich genau deshalb dieses Bild so mag. Meine neue Kamera so mag. Am Bahnsteig.
P.S. Die Kamera ist eine Canon PowerShot G9 X Mark II. Ab jetzt habe ich sie immer dabei.