Düsseldorf: Urban Art Walk

Düsseldorf: Urban Art Walk

Menschen, bei denen ich spüre, dass sie etwas machen, weil es ihnen wichtig ist und sie ihre Leidenschaft deshalb weitergeben möchten, begeistern mich.

So wie Klaus Rosskothen. Inhaber der Galerie Pretty Portal – Galerie für Urban Contemporary Art in Düsseldorf, der uns durch sein Düsseldorf führt. Der von der Entstehung der Streetart in New York erzählt. Von Künstlern, Projekten und Menschen in Düsseldorf. Von der Vision, Kunst aus den Museen an Orte zu tragen, an denen Menschen leben. Straßen, Plätze, Häuser. Kunst, die immer noch als Schmiererei beschimpft wird – was sie teilweise auch ist. Finde ich.

Kunst, die aber auch eine Stadt bunt und erlebbar macht, wenn sie etwas ausdrückt. Die in einer anonymen Stadt einen Fingerabdruck hinterlässt. Oft versteckt. Manchmal hinter Gittern. Wie die Künstler selbst. Wie zum Beispiel Harald Naegeli. Der Sprayer von Zürich, der nicht nur dort, der auch in Düsseldorf und Köln sichtbar ist und der 1984 sechs Monate in der Schweiz im Gefängnis saß und 2020 einen Kunstpreis in Zürich erhielt.

Auch davon erzählt Klaus Rosskothen. Und zeigt sie. Diese Kunst an Straßen, Plätzen und Häusern. Spannend, interessant, lebhaft. Ein anderer Blick auf eine Stadt, die nicht nur Rhein, Altstadt, Schickimicki-Kö und Politik ist. Eine Stadt, die auch anderes ist. Sein kann. Wenn wir anders hinsehen.

Es fällt mir schwer, die gesehene Kunst in Bildern festzuhalten. Nur Ausschnitte gelingen. Eher Eindrücke während des Walks. Alltägliches und scheinbar Nebensächliches. Und dieses Bild, das in der Unterführung an der Ellerstraße entstand. Bewusst unterbelichtet. Damit der Blick aus dem Dunklen ins Licht gelingt. Damit der Kontrast sichtbar wird.

Wie der Kontrast zwischen der Kunst in den Stadtteilen Bilk und Oberbilk und dem Trubel auf dem Carlsmarkt, dem Konsum und dem Protz auf der Kö, die wir anschließend erlebt haben. Ein Tag voller Farbe, Leben und Kontraste. Ein Tag Urban Art Walk in Düsseldorf.