Dieses Bild entstand kurz vor einem Vortrag. In einem Raum, der früher eine Industriehalle war und dessen Name an diesem Tag nicht besser hätte passen können.
„Kesselhaus." 60 Vertriebsmitarbeiter. Industrie. Druck im Kessel.
Und mein Auftrag: Wie finden wir in diesen Zeiten Stabilität?
Keine theoretische Frage. Eine, die mir immer häufiger gestellt wird. In Unternehmen, in Gesprächen. Eine Frage, die auch ich mir gestellt habe. Immer wieder stelle. In diesen Zeiten.
Stabilität entsteht nicht daraus, sich gegen Veränderung zu wehren. Den Schuldigen zu suchen. Sie entsteht aus Akzeptanz. Und aus Erfahrung. Aus dem, was wir schon können. Aus dem Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten. Vorausgesetzt, wir kennen sie. Und nutzen sie.
Stabilität entsteht aus Sinn.
Davon spreche ich. Von Viktor Frankl, der sich im KZ nicht gefragt hat, warum ihm das passiert. Die Antwort kannte er. Die Frage machte keinen Sinn. Stattdessen hat er sich gefragt, „wofür" er es überlebt. Eine andere Frage. Eine „sinnvolle" Antwort, die ihm Kraft gab, in der schwierigsten Lebenslage eines Menschen, trotzdem Ja zum Leben zu sagen. Sinn gibt Kraft. Auch uns. Jetzt.
Wer nur nach Schuldigen sucht, verliert Energie. Wer weiß, wofür er handelt, gewinnt Kraft. Das ist das, was ich in Unternehmen immer wieder erlebe und was mir selbst in schwierigen Zeiten geholfen hat. Immer wieder hilft.
Das hat mir an diesem Tag die Kraft gegeben, darüber zu sprechen. Mit dem Wunsch, für einen Moment den Druck aus dem Kessel zu nehmen. Mut zu machen. Und deutlich zu machen: Stabilität entsteht nicht aus der Ablehnung der Veränderung. Sie entsteht aus Erfahrung. Aus uns.