Hamburg. Nicht zum ersten Mal bin ich hier, und dennoch ist es ein besonderer Aufenthalt. Denn zehn Jahre ist es her, dass ich ihn das letzte Mal persönlich sah. Einen Freund.
Den Freund, der vor Jahren in Hamburg ein neues Leben begann und hier den Ort und die Menschen fand, die ihm das Gefühl gaben, angekommen zu sein. Und mir einen Freund nahmen. So fühlte es sich an. Vor Jahren. Für mich.
Es dauerte, bis ich verstand, dass uns mehr verband als ein gemeinsamer Wohnort. Es waren die Gespräche. Das gemeinsame Lachen. Und der rhetorische Blödsinn. Das war es, was zählte. Vor Jahren.
Und es zählt immer noch. Denn nach den vielen Jahren, in denen wir uns nicht persönlich, sondern nur per Video und Telefon sprachen, war alles wie früher. Wir lachen, wir reden, und wir sehen uns Hamburg an. Erzählend. Schweigend.
Wie vor Jahren, wenn wir zusammen waren. Die Zeit ist egal. Wir sind da. Auch wenn wir uns verändert haben. Natürlich. Und trotzdem sind wir bei uns geblieben. Wenn auch räumlich nicht nah. Unterschiedliche Menschen, die etwas verbindet, ohne dass man es genau benennen kann. Es ist einfach da.
Ich war da. In Hamburg. Um zu reden, zu lachen und rhetorischen Blödsinn zu machen. Mit einem Freund. Als sei es eine Mahnung, dass Nähe nicht in Kilometern gemessen wird.