Gefragt Teil 2

Gefragt Teil 2

GEFRAGT

Eine kleine Reihe von Fragen, die mir vor einem Jahr in München gestellt wurden. Gerne gebe ich diese Frage weiter. Als Einladung. Zum Nachdenken. Und sich selbst diese Fragen zu stellen. Um die eigenen Antworten zu finden.

Eines deiner Themen ist „Mut“. Was macht mutige Menschen aus?

„Das ist einfach“, denke ich. Ich habe oft darüber gesprochen – in Vorträgen, in Gesprächen. Über Mut. Und was ich darunter verstehe. Zum Beispiel, wie wichtig er bei Entscheidungen ist.

Doch während ich spreche, merke ich: Es ist gar nicht so einfach, das, was mir wirklich wichtig ist, in wenige Worte zu fassen. Weil es überall zu lesen ist und dennoch so komplex ist. Das Thema „Mut“. Denn Mut wird oft als das Gegenteil von Angst beschrieben. Aber das ist es nicht. Ganz im Gegenteil. Für mich. Angst ist keine Schwäche. Angst ist eine Emotion – mit die stärkste, die wir haben. Und Angst ist nicht falsch. Wer keine Angst hat, ist nicht mutig. Sondern übermütig. Finde ich.

Davon erzähle ich. Die eigentliche Frage ist: Wie gehe ich mit meiner Angst um? Wo endet sie – und wo beginnt der Mut? Mut braucht keine Heldenpose.

Mut ist eine Haltung.

Mutige Menschen akzeptieren ihre Angst. Und verwandeln sie – in Respekt. In Richtung. Weil sie wissen, was sie wollen. In diesem Moment. Bei dieser Entscheidung. Im Leben. Mut braucht Kraft. Und diese Kraft entsteht nicht durch Sicherheit, sondern durch Richtung. Wenn ich weiß, was ich will, kann ich die Angst akzeptieren. Und sie verwandeln. In Respekt, der schützt. Denn Angst blockiert. Respekt schützt.

Vielleicht habe ich in München davon erzählt. Vielleicht nicht alles. Nicht so klar. Weil es in mir selbst noch nicht so klar war. Im Kopf.

Aber eines war mir klar. Mut entsteht nicht nur im Kopf. Mut entsteht im Leben. Durch das Leben.

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