Stefan Hagen
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Wenn der Beruf droht, zur „Schweinemucke“ zu werden

Wenn der Beruf droht, zur „Schweinemucke“ zu werden

20. Juni 2019

Ich gebe zu, ich hadere ab und zu. Hadere mit einem wichtigen Teil meines Berufes, mit den Vorträgen, dem klassischen Speaking, der Speaker-Branche und vor allem mit meinem Anspruch an meine Vorträge.

Wie hoffentlich jedem Speaker, so ist es auch mir wichtig, mit meinen Vorträgen bei den Teilnehmern etwas zu bewirken, sie zu bestärken und zu ermutigen. Wir fahren zu einem Vortrag mit der Zuversicht, Menschen zu bewegen. Wir stehen dann auf der Bühne, reden, erzählen, lachen, arbeiten, schwitzen und freuen uns über den Applaus am Ende der „Show“. Und dann?

Meist rede ich dann noch länger mit einigen Teilnehmern, beantworte Fragen, freue mich etwas aus ihrem Leben zu erfahren, über positives Feedback und natürlich auch über direkte Anfragen für einen neuen Vortrag. Und dann fahre ich nach Hause oder zum nächsten Ort. Manchmal mit einem faden Geschmack und vielen Fragen im Mund. Konntest Du wirklich die Teilnehmer erreichen? Konntest Du jemanden bestärken oder gar ermutigen? Konntest Du mit dem, was Du gerade mit viel Vorbereitung, Leidenschaft und Engagement gemacht hast, Dein Anliegen weitergeben?

Ehrlich muss ich mir eingestehen, dass ist nicht immer so. Mal bin ich nicht gut drauf, mal passt die Chemie zwischen den Teilnehmern und mir nicht und manchmal erwarten die Teilnehmer einfach nur Show, die ich dann nicht liefern kann, weil ich es nicht will. Musiker nennen solche Auftritte dann „Schweinemucke“. Darunter verstehen Sie – ja, ich habe auch mal Klarinette gespielt – einen ehrlichen und professionellen Auftritt, der zwar Geld, aber keinen Spaß brachte. Jeder Speaker-Kollege, wenn er ehrlich zu sich ist, kennt diese Schweinemucken.

Nicht jeder Vortrag kann gelingen. So, wie nicht jeder Berufstag bei Ihnen gelingen kann. Das ist so. Das gilt es zu akzeptieren, bis zu einem bestimmten Maß. Wenn wir merken, dass der Schweinemucken-Anteil zunimmt, sollten wir uns vor allem eines fragen: „Für was und für wen mache ich das?“ Wenn ich dann feststelle, dass es immer häufiger Schweinemucken gibt, dann weiß ich, dass es Zeit ist zu handeln, neue Anreize zu finden, neue Formate zu entwickeln – mit denen ich noch mehr „mit“, als nur „zu“ den Teilnehmern sprechen kann – und vor allem mich weiterzuentwickeln. So, wie auch sie dann neue Anreize, neue Herausforderung finden, ihren Beruf und sich weiterentwickeln können. Denn der Schweinemucken-Anteil sollte im Beruf nicht dauerhaft größer, als der Spaß und unser Anliegen sein. Ansonsten hadern wir und handeln nicht.

P.S.

Am Samstag hatte ich einen Vortrag auf der Frankfurter Messe, dem Paperworld Assistenztag. Ich freute mich darauf, fuhr jedoch mit der Vermutung hin, dass ein Messevortrag zu einer Schweinemucke werden könnte. Doch es kam anders. Ein von dem Messetrubel getrennter Raum, ein freundlicher Empfang der Veranstalterin, ein aufmerksames und lebhaftes Publikum. Es hat (hoffentlich) nicht nur den Teilnehmerinnen, sondern auch mir Spaß gemacht. Nach dem Vortrag bedankte sich eine Teilnehmerin und sagte, dass mein Beitrag ihr den Mut gemacht habe, endlich die Stelle in ihrem Unternehmen zu wechseln, um wieder Spaß an der Arbeit zu haben. „Ich mache das jetzt“. Ich fuhr nach Hause mit vielen Fragen, aber keinem faden Geschmack im Mund. Dieser Vortrag war keine Schweinemucke. Für diese Teilnehmerin – natürlich für alle anderen auch – aber gerade für diese, habe ich an diesem Tag, diesen Teil meines Berufes gemacht.

Die Erinnerung ist wichtiger als das Geld

Die Erinnerung ist wichtiger als das Geld

17. Juli 2018

Letzten Freitag war Zeugnistag. Meine Tochter kommt mit Ihrer Freundin nach Hause. Beide haben ein gutes Zeugnis. Da ergibt sich folgendes kurzes Gespräch:

Freundin: „Du hast doch auch ein gutes Zeugnis. Bekommst Du denn auch so viel Zeugnisgeld?“

Tochter: „Geld ist gar nicht wichtig. Viel wichtiger sind die Erinnerungen. Meine Mama hat mir einen Tag auf dem CHIO Reitturnier in Aachen geschenkt. Da fahren wir nächste Woche hin. An das Zeugnisgeld werde ich mich später bestimmt nicht mehr erinnern. Aber an den Tag in Aachen und die Pferde, werde ich mich bestimmt mein ganzes Leben lang erinnern.“

Was ich empfand, als ich das hörte? Erstaunen, Freude, Stolz.

Denn in dem Moment erinnerte ich mich an den Abend des 08.04.2015. Der Abend, an dem ich nicht wusste, ob ich am nächsten Tag nach meiner OP wieder aufwache und wenn ja, ob ich noch der bin, der ich vor der Hirn-OP war. An diesem Abend habe ich über vieles nachgedacht. Aber sicher nicht über das Geld, was ich bis dahin verdient habe. Meine Gedanken drehten sich um meine Familie, meine Freunde und auch um meine Kunden. Ich dachte über die Menschen nach, die mein Leben bis dahin begleitet hatten und die ich ein Stück begleiten durfte. Ich dachte vor allem über die schönen Momente und Ereignisse mit ihnen nach.

Vielleicht habe ich das so zu Hause erzählt und meine Tochter konnte sich in dem Moment dran erinnern. Vielleicht sollte ich mich selbst, sollten wir uns auch daran erinnern, dass Geld zwar eine große Bedeutung hat, aber wirklich wertvoll sind die schönen Momente oder Ereignisse, an die wir uns erinnern.

Gerade wir Unternehmer, die eine personalisierte Dienstleistung erbringen, sollten öfters darüber nachdenken, wofür unsere Kunden Geld ausgeben. Vielleicht zahlen Kunden gar nicht für eine Dienstleistung, nicht für Wissen oder für unsere Zeit. Aber bestimmt zahlen Sie für das, woran Sie sich erinnern. Wir sollten weniger Dienstleitungen erbringen, dafür mehr positive Erinnerungen bei unseren Kunden schaffen. Denn für gute Erinnerung, zahlen wir gerne. Schließlich ist die Erinnerung wichtiger als das Geld. Meint (nicht nur) meine Tochter.

Danke, dass Du mich daran erinnert hast.

P.S. Das Foto ist übrigens von Hans-Jürgen Keck flashlens.de. Ein Foto, das er mir am letzten Freitag zeigte und das mich irgendwie umarmte. Ein Foto, das mich an einen gemeinsamen Abend und wunderbare Momente erinnert. Auch dafür vielen Dank!

Druck rausnehmen – Erkenntnisse eines Selbstversuches

Druck rausnehmen – Erkenntnisse eines Selbstversuches

23. Oktober 2018

Diese Woche war Reifenwechseln angesagt.

Irgendwie absurd bei den bisherigen Temperaturen. Aber der nächste Winter kommt bestimmt, wahrscheinlich, vielleicht. Egal. 

Als ich den Wagen abholte, ergab sich ein Gespräch mit dem Inhaber, der über den Druck und sein Hamsterrad klagte, aus dem er sofort aussteigen müsse, weil er zurzeit 14 Stunden am Tag und das sieben Tage die Woche arbeitet. Er wisse aber nicht wie er das sofort hinbekommt.

Da erinnerte ich mich an folgenden Facebook-Post aus dem Jahr 2016:

Immer wieder lesen und hören wir „Raus aus dem Hamsterrad“. Aber bitte wie, wenn wir in einem solchem stecken und uns kaputt laufen? Vor kurzem bin ich in einem, nicht wirklich wissenschaftlichen, Selbstversuch dieser Frage nachgegangen.

Nach dem ich richtig Schwung geholt habe und lief und lief und lief… kam mir die Einsicht, dass es so nicht weitergeht und ich mich kaputt laufe. Mir war klar, dass ich aus dem Hamsterrad raus muss. Aber einfach rausspringen konnte ich nicht, dafür dreht sich das Rad zu schnell. Sofort stoppen und stehenbleiben ging auch nicht. Das wäre lebensgefährlich geworden. Ich hatte schließlich richtig Schwung geholt. Als engagierter Mensch wollte ich ja etwas leisten. Also, wie kam ich nur raus?

Nach einem kurzen Moment der Verwirrung, war es ganz einfach und intuitiv machte ich das richtige. Ich verringerte den Druck auf das Rad, nahm die Geschwindigkeit raus, lief aber weiter. So lange, bis das Rad langsamer wurde und ich nur noch leicht laufen musste. So lange, bis ich gehen konnte. So lange, bis ich nur noch wenige Schritte machen musste. So lange, bis ich stehen und endlich das Rad verlassen konnte.

Der Selbstversuche hat mir eines gezeigt. Wenn wir aus unserem Hamsterrad raus wollen, brauchen wir Geduld, sollten weiterlaufen und die Geschwindigkeit verringern. So lange, bis das Rad so langsam geworden ist, dass wir es verlassen können.

Dem Inhaber stellte ich nur drei Fragen. „Wie viele Kunden verlierst Du, wenn Du ab heute nur noch an fünf Tagen die Woche oder wenn Du sogar in einem zweiten Schritt nur noch 12 Stunden am Tag arbeitest?“ „Wenige.“ „Wirst Du dadurch wirtschaftliche Probleme bekommen?“ „Nein, ganz bestimmt nicht.“ „Und was passiert mit Dir, wenn Du den bisherigen Druck und die Geschwindigkeit beibehältst?“ „Äh…“

Na dann… Druck rausnehmen.

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 3: Ihr Erfolg

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 3: Ihr Erfolg

07. Juli 2018

Gespräche mit meinen Kunden zu führen, ist ein immer wichtigerer Bestandteil meiner Leistungen – wenn nicht sogar der wichtigste! Was dies genau für meine Gesprächspartner bedeutet, wie es funktioniert und warum es funktioniert – das möchte ich Ihnen in dieser dreiteiligen Blogreihe erklären.

Und was liegt näher, als dieses Thema im Rahmen eines Gesprächs anzugehen? Deshalb habe ich mit dem PR-Journalisten Frank Beushausen ein Interview geführt, das Ihnen die Facetten des Gesprächs näher bringen soll. Im 1. Teil sprachen wir darüber, was der Kunde davon erwarten kann, mit mir ein Gespräch zu führen. Im 2. Teil widmeten wir uns der Frage, aus welchen Anlässen heraus meine Kunden mit mir sprechen. Den Abschluss der Interviewreihe bildet die Orientierung am Erfolg unserer Gespräche: Wie haben Kunden die Gespräche erlebt, und was haben sie daraus nachhaltig mitgenommen? 

Herr Hagen, wie oft müssen Sie mit Ihrem Kunden ein Gespräch führen, damit es „Früchte trägt“?

Auch wenn es nicht gerade die Regel ist, so gab es tatsächlich einen Unternehmer, der mir schrieb: „Nach nur einem Gespräch mit Ihnen habe ich mein Leben verändert!“ Hier hat tatsächlich bereits ein einziges Gespräch große Wirkung gezeigt. Dieser Herr hat nicht im Unternehmen vieles verändert, sondern auch gesundheitlich und in Bezug auf das Gesamtbefinden einen großen Schritt gemacht.

Es kann aber auch sein, dass ein signifikanter Fortschritt erst im Laufe von zwei bis drei Jahren eintritt – abhängig davon, wie tiefgreifend der Veränderungsdruck ist, wie motiviert die Person ist, notwendige Maßnahmen anzupacken und umzusetzen oder ob plötzlich andere Themen dringlicher sind und das vereinbarte Ziel zunächst in den Hintergrund rückt.

Andererseits geht es ja auch nicht immer um den großen Knalleffekt: Wie schon erwähnt brauchen viele Unternehmer einfach einen Außenstehenden mit genug Einfühlungsvermögen, um sich mit ihm auf Augenhöhe zu unterhalten. Hierfür sind die Menschen im eigenen Umfeld entweder zu nah dran oder zu weit weg. Die Möglichkeit, mich jederzeit anzusprechen, gibt meinen Kunden ein Stück Verbundenheit und Sicherheit zurück, weil sie eben nicht „einsam an der Spitze“ sind.

Sind Sie mit einem Kunden auch schon mal mit einer Unstimmigkeit auseinandergegangen?

Ja, ganz sicher. Aber das ist völlig normal, weil ich mich nicht verpflichtet fühle, jede unternehmerische Einstellung meines Gegenübers zu teilen oder damit einverstanden zu sein. Und ich habe gelernt, zu akzeptieren, dass verschiedene Auffassungen nebeneinander existieren können – und sollen. Das ist das Schöne am Gespräch: Hier können und dürfen beide ihre Meinungen äußern, während ich mich beim Coaching sehr zurücknehmen und neutral bleiben sollte.  

Und was motiviert Sie?

Was mich persönlich antreibt, ist zum einen die Neugier, ist das Interesse am Menschen und an seinem Handeln – etwas, was ich mir aus der Kindheit erhalten habe. Mit meinen Gesprächen möchte ich u.a. dazu beitragen, dass die Kunden sich in ihrem Handeln bestärkt fühlen und Dinge bewältigen, vor denen sie sonst möglicherweise kapituliert hätten.

Zum anderen ist es aber auch das Gespräch als solches. Gute Gespräche haben mich schon als Kind fasziniert. So habe ich den Gesprächen der „erwachsenen“ Gäste meiner Eltern gespannt zugehört. Worüber sprechen sie? Was bewegt sie? Was gibt es neues? Im Fernsehen habe ich als Jugendlicher „Talkshows“ gesehen. Unvergesslich „Heut´ Abend“ mit Joachim Fuchsberger oder „Boulevard Bio“ mit Alfred Biolek. Auch heute noch bin ich begeistert, wenn in Talkshows gerade unbekanntere Menschen über ihr Leben sprechen. Ich lese gerne kluge Interviews und Bücher, die Gespräche wiedergeben. In guten Gesprächen entsteht etwas. Aus guten Gesprächen nehmen wir etwas mit und das motiviert und begeistert mich.

Was haben Kunden im Nachgang eines Gespräch über gravierende Veränderungen – ob beruflich oder privat – konkret berichtet?

Auffällig oft haben Kunden mir berichtet, dass sie im Zuge der Gespräche den Mut gefunden haben, Entscheidungen zu treffen. Eine Unternehmerin drückte es so aus: „In diesem Jahr mit Ihnen bin ich gewachsen.“ Sie gehört zu dem großen Kreis derer, die wichtige unternehmerische Entscheidungen über viele Jahre hinweg vermieden und nun endlich angepackt haben. Ein anderer Kunde hat mir erklärt, er persönlich arbeite mittlerweile nur noch die Hälfte, sein Unternehmen mache aber doppelt so viel Gewinn – einfach weil wir seine Prioritäten neu gesetzt haben, er sich auf das konzentriert, was ihm wirklich wichtig ist und er gelernt hat, zu delegieren.

Dies scheint mir ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg zu sein. In diesem Zusammenhang spreche ich nicht so gern von Änderungen bzw. Veränderungen, sondern lieber von Entwicklungen. Dies beinhaltet die Vorstellung, dass eine Verbesserung der Situation nicht eine völlige Abkehr von allem Bisherigen erfordert, sondern auf dem bereits Erreichten aufbaut. Die Gespräche mit meinen Kunden bestätigen mich immer wieder in der Einsicht, dass es nicht rigorose Umwälzungen sein müssen, die uns erfolgreicher machen, sondern viele kleine, kluge Entscheidungen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Was mich wirklich ärgert

Was mich wirklich ärgert

27. September 2018

Wissen Sie, was mich wirklich ärgert?

Wenn Fachberater wie z.B. Steuer-, Rechts- oder auch Unternehmensberater meinen, ihre Kunden bräuchten die Gespräche mit mir – und mit anderen Coaches – nicht, weil SIE ja schon mit ihnen reden. Da sagt mir doch gestern einer dieser Fachberater, dass er mit seinen Kunden genau das gleiche mache und auch das gleiche sage wie ich. Nur ihm würde das kein Mandant bezahlen. Ja warum wohl nicht?

Ich weiß, ein Steuerberater kann alles, ein Rechtsanwalt darf alles und ein Unternehmensberater macht alles. Aber manchmal ist alles eben nichts. Lieber Fachberater: kapiere es endlich. Mit jemanden reden, ihm erklären was er zu tun oder zu lassen hat, ihn zu beraten und zu belehren, ist eben nicht dasselbe ist, wie mit jemanden zu sprechen, ihm richtig zu zuhören und ihn zu coachen.

Der Unterschied liegt schlicht und einfach darin, dass ein Coach seinem Gesprächspartner eben NICHTS sagt. Ein Coach stellt Fragen. Zumindest meistens. Und dann hört er zu und zwar richtig. Ein Coach lässt reden. Du lieber Fachberater, den ich fachlich übrigens sehr schätze, Du hast hoffentlich eine Idee, Meinung und bestimmt eine Lösung. Dafür braucht Dich nämlich Dein Kunde. Ein Coach hilft dem Kunden dabei, selbst eine Lösung zu finden. Erkennst Du den Unterschied? Als Fachberater setzt Du das um, was Dein Kunden will. Der Coach hilft dem Kunden dabei festzustellen, was er will. Erkennst Du den Unterschied? Und das macht er u.a. mit Wissen und Techniken, die er erlernt und trainiert hat. Die meisten Fachberater haben dieses Wissen und die Techniken nicht erlernt. Warum auch? Sie haben das Wissen für ihr Fachgebiete erlernt. Und das ist gut so, denn dieses Wissen braucht der Kunde. Deshalb arbeite ich ja auch mit Euch Fachberatern zusammen. Weil Ihr etwas wisst, könnt und macht, was ich als Coach nicht mache. Denn wir machen NICHT dasselbe.

Im Gegensatz zu Dir lieber Fachberater, kennen unsere Kunden den Unterschied zwischen den Gesprächen mit Dir und denen mit mir. Sie nutzen beides. Denn unsere Gespräche haben einen unterschiedlichen Nutzen. Du lieber Fachberater, bist ihr Berater. Ich bin ihr Coach.

Coaching ist eben nicht Beratung!

P.S. Natürlich gilt dies nicht für alle Fachberater. Denn viele haben den Unterschied erkannt und auch Coachingausbildungen und entsprechende Fortbildungen absolviert. Für die sind diese Zeilen nicht gedacht. Einige meiner Kunden sind auch Fachberater, weil sie den Nutzen des Coachings auch für sich nutzen. Übrigens spreche ich mit denen auch darüber, wie sie ihre Beratungen besser abrechnen können. Aber diese Woche habe ich wieder zwei dieser universal – nicht speziell fortgebildeten – Fachberater kennengelernt, die einen Coach für ihre Kunden überflüssig halten.

Das ärgert mich wirklich.  

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 2: Ihr Bedarf

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 2: Ihr Bedarf

06. Juli 2018

Gespräche mit meinen Kunden zu führen, ist ein immer wichtigerer Bestandteil meiner Leistungen – wenn nicht sogar der wichtigste! Was dies genau für meine Gesprächspartner bedeutet, wie es funktioniert und warum es funktioniert – das möchte ich Ihnen in dieser dreiteiligen Blogreihe erklären.

Und was liegt näher, als dieses Thema im Rahmen eines Gesprächs anzugehen? Deshalb habe ich mit dem PR-Journalisten Frank Beushausen ein Interview geführt, das Ihnen die Facetten des Gesprächs näher bringen soll. Im ersten Teil sprachen wir darüber, was ein solches Gespräch ist und welchen Mehrwert es bietet. Im zweiten Teil widmeten wir uns der Frage, aus welchen Anlässen und Bedürfnissen heraus meine Kunden mit mir sprechen.

Lesen Sie hier den 2. Teil des Interviews:

Herr Hagen, geht es bei Ihren Gesprächen eigentlich immer nur um die Unternehmen Ihrer Gesprächspartner oder auch um private Dinge?

Vordergründig sind es in der Regel unternehmensbezogene Anlässe. Wie kann ich mein Geschäft ausbauen, die Prozesse optimieren, die Motivation stärken? Solche Fragen sind als Ausgangspunkt unserer Gespräche recht typisch.

Aber in vielen Fällen zeigt sich sehr schnell, dass es noch ganz andere Themen gibt, die diesen Menschen bewegen – z.B. sehr häufig die familiäre Situation. Es ist immer wieder so, dass private Anliegen die berufliche Situation bestimmen oder überlagern. Dann widmen wir uns konzentriert genau dieser Situation. Wenn mein Ansprechpartner in einer tiefgreifenden Schaffens- oder Lebenskrise steckt oder schwer erkrankt ist, müssen wir uns nicht über Leasingmodelle für den Firmenfuhrpark unterhalten. Dann steht der Mensch im Mittelpunkt, und es geht nur darum, diese Krise zu bewältigen.

Kommt es häufig vor, dass Unternehmer sich Ihnen mit ihren privaten Problemen und Gedanken öffnen?

Ja, das ist inzwischen völlig normal. Wenn jemand sich ausschließlich über seinen Job und die anstehenden Entscheidungen unterhalten möchte, ist das völlig ok. Aber die Erfahrung zeigt, dass meine Kunden sehr gern die Gelegenheit wahrnehmen, sich vom rein Oberflächlichen zu lösen und sich einer Person zu öffnen, die Offenheit, Verständnis und den Willen mitbringt, nachhaltige Lösungen zu finden.

Warum sind gerade Sie als Unternehmerberater hier der richtige Ansprechpartner?

„Ein Gespräch mit Stefan Hagen zu führen“, bedeutet, dass ich mich ganz auf meinen Gesprächspartner konzentriere und einlasse. Das ist für mich nicht nur Teil meines Berufs, sondern meine Berufung. Dazu gehören Leidenschaft, Sachkenntnis und viel Erfahrung. Und ebenso mein außergewöhnliches Gespür für Menschen. Darum ist das Gespräch immer ergebnisoffen, und der Inhalt darf gern thematisch springen – „von Hölzchen zu Stöckchen“, wie man so schön sagt. Entscheidend ist, was meinen Kunden gerade am meisten bewegt. Wobei ich, wie bereits gesagt, das anfänglich vereinbarte Ziel der Zusammenarbeit, nie aus den Augen verliere und immer wieder darauf zurückkomme.

Wenn Sie also auch über private und zum Teil sehr persönliche Anliegen sprechen – wo ist da die Grenze?

Auf der unternehmensbezogenen, fachlichen Seite gibt es natürlich Grenzen überall dort, wo Spezialwissen erforderlich ist. Wird beispielsweise ein Unternehmensberater mit langjähriger Erfahrung in der Unternehmensnachfolge, bei der Unternehmenssanierung oder in Insolvenzangelegenheiten benötigt, gebe ich gern entsprechende Empfehlungen. Erst recht gilt dies bei den privaten und persönlichen Themen, wenn ich feststelle, dass professionelle Unterstützung z.B. durch einen Mediziner oder Psychologen etc. gefordert ist.

Ich behaupte nicht, für alle Fragen die ultimative Lösung zu kennen, aber ich weiß, wie ich dem Kunden dabei helfen kann, selbst Lösungen zu finden und wen er gegebenenfalls ansprechen kann, damit mein Kunde kompetente Unterstützung bekommt.

Fortsetzung folgt… Der 3. Teil des Interviews beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit unserer Gespräche – eine Erfolgsbilanz.

Was ist Ihnen völlig egal?

Was ist Ihnen völlig egal?

17. September 2018

Bei einem Abendessen letzte Woche stellt mir meine Tochter wieder einmal eine ihrer völlig spontanen Fragen. Dieses Mal war es: 

 „Papa, was ist Dir völlig egal?“ 

Äh… ja… was ist mir egal? Eine gute Frage. Ich konnte sie nicht spontan beantworten. 

„Die Farbe der Kühlschranktür?“, fragte sie nach. „Nein, da schaue ich jeden Tag mehrmals drauf, nicht egal“, war meine Antwort. 

„Das Wetter morgen?“ „Nein, ich will laufen gehen, das ist mir nicht egal“. 

„Was der blöde Junge in der Schule zu mir gesagt hat?“ „NEIN, das ist mir bestimmt nicht egal. Was hat er denn gesagt?“

„Was Deine Kunden machen?“ „Oh nein, auch das ist mir nicht egal.“

„Was andere über Dich denken?“ „Hm, das sollte es mir vielleicht, ist es aber nicht.“

„Aber was ist Dir denn jetzt völlig egal?“

Mir fiel nichts ein. Später habe ich über die Frage nochmals nachgedacht. Da erinnerte ich mich an einen Kunden, der im Gespräch meinte, dass es ihm völlig egal sei, was sein Mitarbeiter in seiner Freizeit mache. Als ich ihn fragend anschaute, kam der Zusatz: „Na ja, solange er nicht mein Unternehmen schädigt.“ Also war es ihm doch nicht egal. 

Mir hat die Frage gezeigt, dass ich mich offensichtlich mit wenigen Dingen beschäftige, die mir völlig egal sind. Das gefällt mir. Denn wenn uns etwas nicht egal ist, dann hat es doch Bedeutung. Vielleicht geben wir einigen Dingen in unserem Alltag eine zu große und anderen eine zu geringe Bedeutung. Das mag sein. Aber es hat eben eine Bedeutung für uns und für unser Leben. Denn unser Leben sollte uns nicht egal sein. 

Fällt Ihnen spontan etwas ein, dass Ihnen völlig egal ist? Nein? Das ist gut. Ich wünsche Ihnen eine Woche, in denen Ihnen nichts völlig egal ist. 

P.S. Das Bild zeigt wieder einen Platz, an dem es sich miteinander sprechen lässt. Gesehen in Motovun, einem schönen Ort in Kroatien.  

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 1: Ihr Mehrwert

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 1: Ihr Mehrwert

05. Juli 2018

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 1: Ihr Mehrwert

Gespräche mit meinen Kunden zu führen, ist ein immer wichtigerer Bestandteil meiner Leistungen – wenn nicht sogar der wichtigste! Was dies genau für meine Gesprächspartner bedeutet, wie es funktioniert und warum es funktioniert – das möchte ich Ihnen in dieser dreiteiligen Blogreihe erklären.

Und was liegt näher, als dieses Thema im Rahmen eines Gesprächs anzugehen? Deshalb habe ich mit dem PR-Journalisten Frank Beushausen ein Interview geführt, das Ihnen die Facetten des Gesprächs näher bringen soll. Seien Sie gespannt!

Lesen Sie jetzt den 1. Teil des Interviews:

 

Herr Hagen, wie hängen Coaching, Beratung und Ihre Gespräche zusammen – und was unterscheidet sie voneinander?

Stark verkürzt gesagt bedeutet Coaching eine Hilfe zur Selbsthilfe um z.B. selbst Lösungen zu finden, während die Beratung einen Lösungsweg aufzeigt. In meinen Gesprächen kommen sicherlich beide Aspekte zum Tragen – allerdings deutlich erweitert um die von mir so genannte „subjektive Neutralität“. Darunter verstehe ich, dass ich im Gegensatz zu dem Coach, ein Stück weit meine Neutralität aufgebe und Partei für meinen Kunden ergreife. Das heißt aber nicht, dass ich alles gut finden muss, was er macht oder vorhat. Denn ich überprüfe selbstverständlich seine Ideen hinsichtlich der Realisierbarkeit und gebe, wenn es angebracht ist, mein ehrliches Feedback. Auch wenn die Entscheidung dann letztlich bei ihm bleibt. Diese subjektive Neutralität ist oft eine Gradwanderung und bedingt, den Menschen in seiner beruflichen Funktion, aber eben auch einfach als Menschen mit seinen ganz persönlichen Wünschen, Hoffnungen, Ängsten oder Zielen etc. zu betrachten.

So können wir in einem Moment über die Neuausrichtung des Unternehmens sprechen; im nächsten Augenblick geht es um familiäre Themen, die meinen Kunden gerade sehr aufgewühlt haben, oder um den nächsten Urlaub.

Das Gespräch ist also sehr offen, ehrlich und persönlich, und ich nutze dabei nur dann Coachingmethoden und Tools, wenn es sich aus dem Gespräch ergibt. Der Kunde nimmt dies nur selten wahr, da für ihn das Gespräch im Vordergrund steht, nicht eine bestimmte Methode oder eine feste Gesprächsstruktur. Ich lasse mich vollständig auf meinen Gesprächspartner ein und klammere mich dabei nicht an Methoden fest – seien sie aus dem Coaching oder der Beratung.

Bedeutet dies, dass Sie das Gespräch mit Ihrem Kunden ohne klares Ziel und ohne feste Struktur führen – ganz nach dem Motto: „Lassen Sie uns einfach miteinander reden“?

In der Struktur bleibt das Gespräch flexibel, aber das eigentliche Ziel darf nie ganz aus dem Blickfeld geraten. Haben wir beispielsweise anfangs vereinbart, einen Weg zu entwickeln, mit dem das Unternehmen meines Kunden mehr Umsatz macht, werde ich im Laufe der Gespräche sicher immer wieder nachhaken, welche konkreten Maßnahmen seit dem letzten Austausch ergriffen wurden und wie diese wirken.

Außerdem möchte ich an dieser Stelle deutlich zwischen Reden und Sprechen unterscheiden: Wenn zwei Menschen reden, heißt das noch lange nicht, dass sie miteinander sprechen. Denn Reden hat oft etwas Aggressives, Einseitiges oder Rechtfertigendes an sich.

Der Benediktinerpater Anselm Grün weist immer wieder darauf hin, dass „Reden“ vom mittelhochdeutschen Wort „rede = Rechenschaft“ kommt und mit „rechnen, abzählen“ zusammenhängt. „Sprechen“ hingegen kommt seiner ursprünglichen Bedeutung entsprechend aus dem Herzen. Hiermit eng verwandt ist das Zusprechen: Durch Zusprechen richte ich den Anderen auf. Nur wenn wir offen miteinander sprechen, entsteht ein Gespräch. Und so möchte ich eine Verbundenheit mit meinem Gesprächspartner herstellen. Mit meiner Erfahrung aus unterschiedlichsten Branchen soll er neue Perspektiven kennenlernen, um sich seinem Ziel entsprechend weiterzuentwickeln.

Ersetzt das Gespräch dann ein Coaching bei Ihnen?

Das Gespräch ist kein Ersatz, sondern ein ganz eigenständiger Ansatz, der das Coaching  ergänzen kann. Während ich als Coach absolut neutral sein sollte, bin ich bei meinen Gesprächen durchaus auch subjektiv! Das bedeutet, dass ich auch meine Meinung äußere – ob sie nun mit der Auffassung meines Gesprächspartners übereinstimmt oder nicht.

Ein weiterer Punkt ist, dass das Coaching ein Prozess ist, mit einem klaren Anfang und einem eindeutigen Ende, während dies bei den Gesprächen nicht festgelegt ist. Der Verlauf und die Dauer – nicht nur im einzelnen Gespräch, sondern über den längeren Zeitraum hinweg – richten sich ganz nach dem Kunden.

Wie muss man sich dies in der Praxis vorstellen?

Es gibt sogenannte Einzelgespräche. Also Kunden, die sich bei einem akuten Gesprächsbedarf melden – meistens telefonisch – nach dem Motto: „Kann ich Sie mal kurz sprechen?“ Das kann dann von 30 Minuten bis zwei Stunden meist telefonisch, bis vier Stunden dauern oder einen Tag in Anspruch nehmen, wenn es erforderlich ist. Letzteres natürlich dann persönlich.

Der häufigere Fall sind jedoch regelmäßige Gespräche – sei es in sehr kurzen Intervallen, monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Die Kunden, mit denen ich hierüber eine Vereinbarung getroffen habe, bekommen immer innerhalb von 24 Stunden eine persönliche Rückmeldung – selbstverständlich außerhalb des Urlaubs und der Wochenenden. Der Kontakt erfolgt je nachdem, wie wir dies im Einzelfall festgelegt haben: per Telefon, Skype, E-Mail oder Facebook etc. – also möglichst direkt und zeitnah. Häufigkeit und Intensität unserer Gespräche ändern sich oftmals im Verlaufe unserer Zusammenarbeit, und dann passen wir die Vereinbarung natürlich bedarfsgerecht an.

Wer sind Ihre typischen Ansprechpartner?

Meine Kunden sind hauptsächlich Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter, Selbstständige und Freiberufler. Es verwundert also nicht, dass das Fällen von Entscheidungen und die Unternehmensentwicklung häufige Themen sind, wie auch der Umgang mit Mitarbeitern, die strategische Neuausrichtung des Unternehmens und vieles mehr. Und wie gesagt sind es immer wieder auch private und persönliche Anliegen, die meinen Kunden auf der Seele liegen.

Die sprichwörtliche „Einsamkeit an der Spitze“ betrifft nämlich längst nicht nur Vorstandsvorsitzende von großen Konzernen, sondern auch Führungskräfte von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Hier bin ich der Sparringspartner, der einerseits genug Abstand hat, um unbefangen eine eigene Einschätzung zu erlangen, andererseits aber auch über viel Empathie, Verständnis und Know-how verfügt. So kann ich die echten oder vermeintlichen Zwänge nachvollziehen und aus meinen reichhaltigen Erfahrungen wertvolle Hinweise geben.

Fortsetzung folgt… In Teil 2 des Interviews geht weiter mit den Gesprächsinhalten und dem individuellen Bedarf.

Eine Zusammenarbeit ist eben mehr, als nur eine Leistungserbringung und Rechnungsstellung

Eine Zusammenarbeit ist eben mehr, als nur eine Leistungserbringung und Rechnungsstellung

03. September 2018

Möchtest Du der Taufpate unseres Sohnes sein?“ „Natürlich.“… War die spontane Antwort, als mich Freunde fragten, ob ich die Patenschaft ihres Sohnes übernehmen möchte. Denn ich habe mich sehr darüber gefreut und fühlte mich geehrt. Und dann begann es in meinem Kopf zu arbeiten:

Wie kann sich eine Patenschaft entwickeln, wenn zwischen dem Patenkind und mir eine beachtliche räumliche Distanz liegt, denn unsere Freunde leben in Weimar? Kann ich so der Aufgabe und Verantwortung eines Paten überhaupt gerecht werden? Was für ein Pate möchte ich sein? Eine Patenschaft ist eben mehr, als nur eine schöne Tauffeier.

Auf der Suche nach Antworten, fand ich einen Text, den meine Tochter von Ihrer Patentante zur Taufe erhielt. Ich übernahm diesen Text, weil er passte, weil er so viel sagt: 

Dein Pate bin ich nun. Ein Partner werde ich Dir sein, wenn Du Dich alleine fühlst, ein Lehrer, wenn Du neues lernen möchtest, ein Zuhörer, wenn Sorgen Dich plagen, ein Ratgeber, wenn Du nicht weiterweißt. 

Aufdrängen werde ich mich Dir nicht. Ich werde mich von Dir finden lassen, wenn Du mich suchst, werde Dich hören, wenn Du mich rufst, werde Dir beistehen, wenn Du mich brauchst. 

Dein Pate bin ich nun.

Was dieser Text sagt und warum ich ihn hier schreibe? Letzte Woche meinte ein (beratender) Kollege, dass eine Zusammenarbeit vor allem aus Leistungserbringung und Rechnungsstellung besteht. Etwas störte mich an seiner Meinung, ohne genau zu wissen, was mich störte. Dann fand ich diesen Text und mir wurde bewusst, was mir fehlte…

Eine Zusammenarbeit ist eben mehr, als nur eine Leistungserbringung und Rechnungsstellung. Eine Patenschaft ist eben mehr, als nur eine schöne Tauffeier.

P.S. Das Bild ist aus Weimar und zeigt einen Platz, der zum miteinander sprechen einlädt. Gesehen, festgehalten und experimentiert von meiner Frau.

Das ist das Leben

Das ist das Leben

10. April 2018

Aus gegebenem Anlass schenke ich mir diesen Text zum heutigen Tag:-). Vielleicht ist es auch ein Geschenk für Sie…

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Eine maßvolle Urlaubszeit

Eine maßvolle Urlaubszeit

24. Juli 2018

Es ist Sommer und damit Urlaubszeit. Auch für meine Familie und mich, in den nächsten Tagen.

„Als Selbstständiger wirst Du nie richtigen Urlaub machen können.“ Das war sicher einer der häufigsten Sätze, den ich bei meinem Schritt in die Selbstständigkeit aus meinem privaten Umfeld hörte. Und er war bestimmt nicht ermutigend gemeint. Aber er stimmt. Wenn auch nur bedingt.

Sicher machen Unternehmer – Selbstständige und Freiberufler schließe ich mit ein – einen anderen Urlaub als Angestellte. Komplett abschalten, sich um nichts in seinem Unternehmen kümmern und auf keinerlei Nachricht reagieren müssen, das geht nur selten oder gar nicht. Aber sind wir mal ehrlich, klappt das bei jedem Angestellten? Dennoch gibt es einen großen Unterschied.

Ich habe mich mit dem Schritt in die Selbstständigkeit bewusst dazu entschieden, eben keinen „normalen“ Urlaub mehr zu machen. Ich wusste, worauf ich mich einlassen. Es war und ist meine Entscheidung, wenn ich reagier und nicht die eines Kollegen oder eines Vorgesetzten. Daher empfinde ich es gar nicht als Belästigung, wenn ich mich auch im Urlaub mit meinem Unternehmen bzw. meinen Kunden beschäftigen. Allerdings in Maßen. Es ist die hohe Kunst, das richtige Maß zu finden. Denn in Maßen ist alles gesund. Sagte mir mal ein Arzt.

Und er hat recht. Denn der Versuch, sich komplett von seinem Unternehmen im Urlaub zu befreien, ist oft ein innerer und sehr viel Kraft kostender Kampf. Jedoch gar nicht abschalten zu können, kosten nicht nur die notwendige Erholung, sondern auch das das Gefühl, ein Teil einer Familie, einer Gemeinsamkeit zu sein. Wir sind da, aber nicht dabei. Beides habe ich erlebt. Beides war nicht gesund.

Somit folge ich in diesem Jahr der Erfahrung eines meiner Kunden. Dieser fand für sich das richtige Maß. Er liest während seines Urlaubs abends die Nachrichten und reagiert dann morgens. Dafür nimmt er sich jeden Tag insgesamt eine Stunde Zeit. Wenn die Stunde nicht reicht, haben die anderen Nachrichten eben Pech. Alte Nachrichten werden am nächsten Tag nicht nachgearbeitet. Natürlich muss er vorab darüber sein Unternehmen und seine Kunden informieren und organisieren.

Mal schauen, ob dies in diesem Jahr auch mein Maß sein wird. Ein Versuch ist es wert. Denn wenn wir auch mit Leidenschaft das machen, was wir machen, brauchen wir genau dafür die Erholung und die Gemeinsamkeit mit der Familie. Wir brauchen das richtige Maß.

Somit wünsche ich Ihnen und mir eine maßvolle Urlaubszeit.

P.S. Tatsächlich soll die Redewendung „das richtige Maß finden“, mit der Maß Bier im Zusammenhang stehen. Während der Fastenzeiten, brauchten die Mönche weiterhin die Kraft, um ihre Arbeit verrichten zu können. Diese Kraft erhielten Sie u.a. aus dem Bier, denn der sonst übliche Wein war ja verboten. Der Abt musste dabei für jeden Mönch das richtig Maß bestimmen, damit dieser weiterhin genug Kraft, aber nicht zu viel Alkohol hatte.

P.S.S. Urlaub verbinde ich zwar mit Genuss, aber auch das in Maßen. Also keine Sorge. Die Maß Bier wird eher eine untergeordnete Rolle spielen. Und noch etwas. Das Bild zeigt einen Ort in Slowenien, an dem ich auch dieses Jahr wieder einen Teil meines Urlaubs verbringen werde. Wunderschön.

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