Was für ein schöner Gedanke…

… den Harald Welzer in seinem Buch „Nachruf auf mich selbst“ schreibt. Das Buch, dass mir in dem ersten Brief aus meinem Beitrag vom 08.11.2021 vorgestellt wurde, landete sofort auf Lesestapel. Doch da soll nicht liegen bleiben, sondern gelesen werden. Und gestern Abend habe ich damit begonnen.

Bereist sehr früh schreibt der Autor diese Sätze in seinem Buch und nimmt dabei in einen Gedanken aus dem Roman „Die Straße“ von Cormack McCarthy auf. Natürlich sprachen mich diese Sätze sofort an, fielen mir auf und ich dachte noch lange darüber nach.
Darüber, welche Bedeutung gerade in dieser Zeit, ein Austausch hat. In einer Zeit, in der so vieles – globales, persönliches und auch unternehmerisches – unklar und anstrengend erscheint. Denn in den letzten Wochen erkenne ich immer häufiger die Erschöpfung, die Unsicherheit und auch eine Unlust meiner Gesprächspartner, an ihrem beruflichen und manchmal auch privaten Tun. Und auch ich bemerke diese.

Passend dazu erscheint in unserer Tageszeitung (Kölnische Rundschau) gerade heute eine Beilage mit dem Titel „Maximal überfordert – Leben konstruktiv und zugewandt bleiben“. Darin erklärt die Neurowissenschaftlerin Maren Unger, dass unser Gehirn Pläne machen will. Und gerade das, fällt vielen Menschen, auch meinen Gesprächspartnern und mir, angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen, der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit steigen Preisen und Lieferengpässen, der fast vergessenen Flüchtlings- und der omnipräsenten Klimakrise, immer schwerer. Vielleicht, weil wir den Eindruck haben und das Gefühl entwickeln, selbst nicht mehr handlungsfähig zu sein. In dem Beitrag heißt es so treffend: „Der fragile Zustand der Welt und unserer ganz privaten Situation bedingen sich also auch in nicht-pandemischen Zeiten.“
Aber der Beitrag stellt nicht nur fest. Er gibt auch Empfehlungen im Umgang mit diesen Gefühlen und rät u.a. dazu, um aus dieser Negativschleife herauszukommen, den Kontakt zur Außenwelt nicht zu verlieren und sich vor allem auszutauschen, da der Mensch ein soziales Wesen ist.

Diesem Rat werde ich sicher nicht widersprechen. Aber ich will ihn ergänzen. Ergänzen um den Gedanken von Harald Welzer. Wir sollten, wir müssen uns austauschen. Gerade jetzt. Aber sinnvoll! In dem wir voraussetzen, dass die globale und vor allem auch die persönliche, die berufliche und die unternehmerische Geschichte noch nicht zu Ende ist, solange wir miteinander sprechen.

Vielen Dank Harald Welzer, für diesen wunderschönen Gedanken.
Vielen Dank Egbert Schuwardt, für die Buchempfehlung.

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STEFAN HAGEN

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